oe24-Interview

Neue Rabatt-Aktion: Jetzt spricht der BILLA-Boss

© Billa, Robert Harson
Erich Szuchy, Vorstandsvorsitzender von BILLA, im großen oe24-Interview.
OE24 auf Google bevorzugen

Erich Szuchy, der Chef von Billa, spricht mit oe24 zur neuen großen Billa-Aktion, der Inflation in Österreich, seinen Wünschen an die Politik und erklärt die neuen Rabattmarkerl.

Bis zu 3.000 Produkte werden von BILLA dauerhaft zum Preis führender Diskonter angeboten. Welche Produkte und Marken sind dabei?

Der IMMER CLEVER PREIS umfasst Produkte aus allen wichtigen Warengruppen. Dazu gehören Obst und Gemüse, Fleisch, Bio-Produkte, rein pflanzliche Produkte und Eigenmarken wie clever und BILLA Immer gut. Den größten Teil des Sortiments machen aber beliebte Markenartikel, wie Milka, Gösser oder Knorr aus. Unser Ziel ist, dass unsere Kund:innen bei ihrem täglichen Einkauf in jeder Warengruppe dauerhaft günstige Produkte finden.

Wieso führen Sie diese Aktion gerade jetzt ein? 

Wir haben uns intensiv mit den Bedürfnissen unserer Kund:innen beschäftigt und sehr klar gehört, dass sie sich mehr Orientierung und Planbarkeit beim Einkauf wünschen. Genau da setzt diese Preisoffensive an: Dauerhaft bis zu 3.000 Produkte zum gleichen Preis wie bei führenden Diskontern.

Wie funktioniert der Preis-Abgleich für den niedrigsten Preis?

Wir vergleichen die bis zu 3.000 Produkte jede Woche mit dem Preis bei führenden Diskontern. Wenn eine Anpassung notwendig ist, wird sie vorgenommen. Der zugrunde liegende Prozess wurde zusätzlich von einem unabhängigen Beratungsunternehmen validiert. Für alle Kund:innen bedeutet das: Wir übernehmen den Preisvergleich,  den Weg zum Diskonter kann man sich künftig sparen.

Der IMMER CLEVER PREIS gilt bei rund 3.000 Produkten. Bleiben es dieselben? Oder kommen neue Produkte hinzu?

Die Auswahl der bis zu 3.000 Produkte orientiert sich daran, was unsere Kund:innen oft bei BILLA einkaufen. Und die Dimension kann sich sehen lassen: In einem durchschnittlichen BILLA ist etwa jeder dritte Artikel Teil des IMMER CLEVER PREIS Sortiments, bei BILLA PLUS knapp jeder fünfte. Das Sortiment werden wir selbstverständlich auch entsprechend der Bedürfnisse unserer Kund:innen weiterentwickeln.

Wie erkennt man die Preis-Aktion im Geschäft?

Alle IMMER CLEVER PREIS Produkte sind ganz einfach am gelben Pfeil zu erkennen. Wichtig ist mir aber noch einmal zu betonen: Es handelt sich nicht um eine zeitlich befristete Aktion, sondern sie gilt dauerhaft.

Werden die hohen Energiepreise zu Preissteigerungen in Österreich führen?

Die weitere Preisentwicklung hängt von vielen Faktoren entlang der Wertschöpfungskette ab. Dazu gehören Energie, Rohstoffe, Produktion und Transport. Wir nutzen alle Hebel, die wir beeinflussen können: Wir optimieren unsere Kosten und investieren die dadurch entstehenden Spielräume in unsere Preise. Für uns ist entscheidend, dass wir überall dort effizienter werden, wo es für unsere Kund:innen keinen Nachteil bringt. Bei Qualität, Frische und unseren Leistungen in den Märkten sparen wir selbstverständlich nicht.

"Lebensmittelinflation ist praktisch bei Null"

Die Politik hat den Lebensmitteleinzelhandel zuletzt wegen der Preise kritisiert. Fühlen Sie sich von der Politik unfair behandelt?

Aktuell ist die Lebensmittelinflation de facto bei Null. Das zeigt: der Wettbewerb im Lebensmittelhandel funktioniert. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam an Lösungen arbeiten, die den Menschen tatsächlich helfen. Der Wettbewerb im österreichischen Lebensmittelhandel ist intensiv, und Kund:innen entscheiden jeden Tag neu, wo sie einkaufen.

Die Bundesregierung wollte den Österreich-Aufschlag in Brüssel bekämpfen. Bisher ist wenig passiert. Wie geht es weiter?

Unterschiedliche Beschaffungspreise und territoriale Lieferbeschränkungen im europäischen Binnenmarkt sind Themen, die ein einzelner Händler nicht lösen kann. Hier braucht es eine wirksame Lösung auf europäischer Ebene. Wir unterstützen alle Maßnahmen der Bundesregierung, die zu faireren Einkaufsbedingungen führen.

Was entgegnen Sie der Kritik, wonach die Preise in Österreichs Supermärkten zu hoch sind?

Dass die Diskussion nicht immer umfassend geführt wird. Der Preis beginnt sehr viel früher in der Wertschöpfungskette: bei den Rohstoffen, bei Energie, Dünger, Pflanzenschutz und Transport. Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind die Energiekosten auch für uns explodiert. Wir waren von der Inflation betroffen, aber nicht ihr Verursacher. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat sich den Markt sehr genau angesehen. Sie fand keine Hinweise darauf, dass der Lebensmittelhandel seine Handelsspannen während der hohen Inflation systematisch ausgeweitet hat. Im Gegenteil: Der Handel liegt im bei den Spannen deutlich hinter anderen Branchen und wir sehen derzeit bei Lebensmitteln keine Inflation.

Bei den Rabattmarkerl wird vieles neu

Gibt es weiterhin Rabattmarkerl von 25 Prozent?

Den 25-Prozent-Rabatt gibt es weiterhin, aber die Anwendung wird deutlich einfacher. Künftig muss kein Pickerl mehr auf ein Produkt geklebt werden. Die Rabatt-Gutscheine werden an der Kassa abgegeben und der Rabatt automatisch vom teuersten rabattfähigen Produkt abgezogen. Der Preisvorteil ist anschließend transparent auf der Rechnung ersichtlich. Damit erfüllen wir einen oft geäußerten Wunsch unserer Kund:innen: weniger Nachdenken an der Kassa, mehr Komfort und ein klar nachvollziehbarer Preisvorteil.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden